Gleich zwei neue Bände sind über den Jahreswechsel in der historisch-kritischen Jeremias Gotthelf Gesamtausgabe erschienen. Erstmals liegt nun der bei Julius Springer erschienene Roman Uli, der Knecht (1846) in seiner originalen Gestalt mit den Varianten der späteren Ausgaben vor. Bisherige Editionen haben zumeist einen Mischtext aus dem für das Schweizer Publikum eingerichteten Roman Wie Uli, der Knecht, glücklich wird und dem Springer-Titel hergestellt. Der Springer-Roman ist zugleich der erste Band des zweiteiligen Romans, dessen zweiter Teil unter dem Titel Uli, der Pächter erschien. In der HKG können nun alle Uli-Texte in der originalen Gestalt gelesen werden. Bald stehen sie auch in der digitalen Edition zur Verfügung.
Mit den Kirchlichen Schriften ist zudem ein für das Gotthelf-Verständnis gewichtiger Band endlich abgeschlossen. Welche theologischen Studien der späteren Volksschriftenautor als Student der Theologie und als Vikar betrieben hat, wie er sich zu pastoraltheologischen Fragen stellte, worin er Sinn und Zweck des Reformationsjubiläums sah, wie er sich als Pfarrer bei einer Naturkatastrophe verhielt und überhaupt seine Gemeindeaufgaben wahrnahm – all dies lässt sich nun anhand der vollständigen Edition der hierzu gehörigen Handschriften und Drucke nachvollziehen.
Herzlichen Dank an das Team und die Mitherausgeberinnen Katharina Blank, Manuela Heiniger und Kathrin Schmid!