Seit der 1999 in Bad Homburg durchgeführten Tagung über ‘Dichterbiographien seit 1970’ ist die Erforschung der Geschichte, Theorie und Praxis biographischen Schreibens in der Neuzeit ein wichtiges Arbeitsfeld geworden. Insbesondere werden Topoi biographischer Konstruktionen, biographische Argumentationsweisen, die Ausrichtung der Biographien nach anthropologischen Diskursen und die Etablierung eines eigenen biographischen Diskurses im Spannungsfeld von Anthropologie, Ethik und Narration untersucht.

Die Habilitationsschrift Biographische Anthropologie (Berlin 2006) betrachtet die Geschichte der Biographik im Spannungsfeld von Anthropologie, Ethik und Pädagogik. – Nach der Erkundung fiktionaler Dichterbiographien konnten in drei weiteren Tagungsbänden und einem Sammelband spezielle Probleme der Frauenbiographik (Tübingen 2005), der (Auto)Biographik in Technik- und Wissenschaftsgeschichte (Heidelberg 2004), der biographischen Familienkonstruktionen (Familiengeschichten, Frankfurt am Main 2008) und der Geschichtsschreibung in den schönen Künsten (Anekdote – Biographie – Kanon, Köln 2013) untersucht werden. (→ Buchpublikationen)

Und ferner: Neben der biographischen Anthropologie bildet die literarische Anthropologie ein zentrales Gebiet meiner Forschungsarbeiten und Lehrveranstaltungen. Anthropologie, Ethik und Pädagogik werden als diskursive Kontexte der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts erkundet. (→ Literarische Anthropologie)